Close

CHormusik! – Musica corale elvetica

CHormusik! – Musica corale elvetica

Capriccio vocale zielt und trifft – mit Schweizer Vokalmusik aus allen Landesteilen, in allen Landessprachen. Zart und kräftig, alt und neu, klangvoll, vielstimmig und mit Biss – ein musikalischer Apfelschuss mitten ins Ohr.

20:30, 16. August 2025
Chiesa San Vittore, Muralto
17:00, 17. August 2025
Pfarrkirche St. Peter und Paul, Andermatt

Das Programm: Eine Hommage an die vielfältige Schweizer Musiktradition, die sich immer wieder neu erfindet, ohne ihre Identität zu verlieren.

Ludwig Senfl, einer der bedeutendsten Schweizer Komponisten der Renaissance, musste die Schweiz verlassen, um seine kompositorischen Fähigkeiten entfalten zu können, da Zwinglis Reformation Musik in der Kirche verbot.

Der am Ufer des Zürichsees aufgewachsene Joachim Raff stand in regem Austausch mit Liszt, Mendelssohn und Brahms, dann gerieten seine Werke in Vergessenheit und wurden erst in den letzten Jahren wiederentdeckt. Frank Martin hingegen ist vermutlich der bekannteste Schweizer Chormusik-Komponist. Beide, Raff und Martin, sind in diesem Programm mit weltlichen Werken vertreten.

Obwohl Benno Ammann weit weniger bekannt war als Martin oder Raff, wurde er mit der Komposition einer Messe zur Heiligsprechung des Schweizer Heiligen Niklaus von Flüe beauftragt. Seine Missa Defensor pacis wurde 1947 im Petersdom vom Chor der Sixtinischen Kapelle uraufgeführt. Auf dem heutigen Programm steht das Herzstück der Messe, das Dominus Deus.

Gustave Dorets La prison de Davel erzählt von Freiheit und Unterdrückung im Waadtland. Eine tiefe Verbundenheit mit der Schweizer Bergwelt und ihren Traditionen findet sich in Pierre Kälins Là-haut sur la montagne und Mani Planzers Hildijodel. Kälins Potpourri vereint Volkslieder aus allen Landesteilen zu einer “eidgenössischen Rhapsodie”, während Planzer einen spielerischen Text des Zuger Dichters Max Huwyler mit volksmusikalischen Elementen vertont. Eine Anspielung aufs Jodeln ist in Gonzague Monnays Ave Maria zu finden: Er verleiht dem Stück durch die ungewöhnliche musikalische Gestaltung etwas Transzendentales – ein gelungenes Beispiel für die Verbindung traditioneller und zeitgenössischer Kompositionskunst.

Repräsentanten der aktuellen Schweizer Chormusikszene sind die 2018 verstorbene Caroline Charrière, Maria Bonzanigo (*1966) und Ivo Antognini (*1963). Antognini, der 2024 mit dem Schweizer Musikpreis ausgezeichnet wurde, ist ein international angesehener Botschafter der Schweizer Chormusik. Sabbia von Maria Bonzanigo, der Musikerin, Choreographin und Mitbegründerin der Compagnia Finzi Pasca, erklingt heute in der Fassung für gemischte Stimmen zum ersten Mal. Von einem weiteren Träger des Schweizer Musikpreises, André Ducret, wird L’hiver vient aux fenêtres zu hören sein.

Das Programm

Benno Ammann – Dominus Meus

Ivo Antognini – Laus trinitatis

Conrad Beck – Lösung

Louis Broquet – Hymne à la charité

Maria Bonzanigo – Sabbia

Caroline Charriere – Flowers

Gustave Doret – La prison de Davel

André Ducret – L’hiver vient aux fenêtres

Paul Kaelin – La-haut sur la montagne (pot-pourri)

Frank Martin – So wünsch ich ihr ein gute Nacht

Gonzague Monnay – Ave Maria

Mani Planzer – Hildijodel

Joachim Raff – Frühlingsjubel

Ludwig Senfl
– O Herr, ich rüef
– Also Heilig ist dieser Tag

Thérèse Soravia – Alleluia

Hermann Suter – Mein Schatz

August Walter – Abschied